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Boston Marathon 20.4.

Andy berichtet:
Obwohl ich von der New Yorker Hitzewelle mit Tagen von mehr als +30 Grad Celsius schon sehr gezeichnet bin plagt mich das schlechte Gewissen so sehr, dass ich Euch bis jetzt noch keinen Bericht über meinen Boston Marathon geschickt habe.
Über ein Deutsches Marathonreisebüro schaffte ich es ohne Qualifikationszeit, welche ich für diesen Marathon nicht vorweisen kann am heurigen Boston Marathon teilzunehmen. Los geht es schon kurz nach 6 Uhr am Morgen mit der Abreise aus Boston zum Start, wo man mit Schulbussen hingefahren wird, aber das machen die Amis wirklich sehr professionell, man muss sich das ungefähr so vorstellen wie wenn der Wien Marathon in Neulengbach gestartet werden würde und man alle Starter dort hinfahren müsste. Beim Boston Marathon ist der Start bei einer relativ angenehmen Temperatur um 10.30 im kleinen Städtchen Hopkinton und mein Ziel war auf jeden Fall zu finishen und wenn es geht besser als bei meinem schwächsten Marathon von Peking (4:34:04) zu sein. Es war für mich im Prinzip ein "Stehgreifmarathon" weil ich kaum trainiert hatte, zuerst war unser Winter so lang, und zuletzt war ich ein wenig verkühlt. Alle, die mich kennen, wissen ja dass ich ohne richtige Stoppuhr laufe, meine Uhr ist eine McDonalds Uhr aus der Atlanta-Serie von 1996, also eher ein Talisman mit dem ich bisher alle meine Marathons lief.
Beim Boston Marathon der nach New York wahrscheinlich vielleicht noch mit London und Berlin die zweitbeste Zuschauerbegeisterung hat geht es auf einem schwierigen Kurs ständig bergab und bergauf durch die Orte Ashland, Framingham, Natick, Wellesley, Newton und Brookline nach Boston wo auf der Boylston Street im Zentrum der Stadt das Ziel ist. Bei der großen Begeisterung dieses bereits zum 113. Mal veranstalteten Boston Marathons möchte ich nun einige Highlights aufzählen, wobei mir auch wichtig war viel auf dieses tolle Publikum einzugehen, was dazu führte dass ich mit den Zuschauern sicher mehr als bisher jemals bei einem Marathon abgeklatscht habe.
Kurz vor dem Halbmarathonpunkt passiert man in Wellesley ein Mädchen College, dort stehen einige hundert Meter entlang an der Strecke die jungen Damen und sorgen für eine sehr laute schrille Stimmung wobei viele auch einen Zettel in der Hand halten wo darauf steht "Kiss me". Da kommt man sich als Marathonläufer fast wie ein Popstar vor, so ähnlich muss es auch bei den besten Zeiten der Beatles als sie noch life auftraten zugegangen sein. Einige Kilometer weiter kommt man bei einem Altersheim vorbei, dort wiederum sitzen die alten Menschen im Rollstuhl und warten darauf mit den Läufern abklatschen zu können. Besonders laut wird es auch noch einmal kurz bevor man Boston erreicht, da kam in mir so etwas wie Hanappistadionstimmung auf, was mir natürlich jetzt und heute in der Freude über den 3:2 Sieg Rapids im Wiener Derby sofort einfällt. Von so viel Begeisterung auf der Strecke angetrieben hat man ja wirklich keine andere Möglichkeit als zuerst über die Beaconstreet und zuletzt über die Boylstenstreet ins Ziel zu gelangen, wo man nach 42195 Metern natürlich sehr glücklich ankommt.
Es war mein 16. Falsche Hasen Marathon und mein 20. überhaupt, auch habe ich heuer mein 10 Jahre Marathon Jubiläum (Vienna City Marathon 30.5.1999). Ein durchaus würdiger Anlass mit einer "Wild Card" sozusagen in Boston antreten zu können und mit meiner ganzen Marathonroutine und der McDonaldsuhr hab ich es letztendlich sicher und locker geschafft in 4:32:56 zu finishen, also Peking um 1 Minute und 8 Sekunden zu unterbieten, aber ich glaub ich kann es noch gar nicht fassen, dass ich in Boston überhaupt gelaufen bin.
Die Siege gingen sowohl bei den Damen als auch bei den Männern an wie sollte es anders sein an Läufer aus Kenia, obwohl die Amis nach 2 1/2 sieglosen Jahrzehnten heuer unbedingt wieder die Sieger stellen wollten, jedoch es wurden nur zwei dritte Plätze hinter Kenias Siegläufern.

Zum Abschluss nun noch meine Durchgangszeiten in diesem traditionreichsten aller Marathons: 5km 27,01, 10km 54,18, 15km 1:24,08, 20km 1:57,37, Halbmarathon 2:03,51, 25km 2:33,24, 30km 3:09,40, 35km 3:44,03, 40km 4:19,29, Endzeit 4:32,56.