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12h-Nachtlauf Dornbirn 28./29.5.

Während sich unsereins im Gastgarten vergnügt, läuft Pascal einige lockere Runden.

Er berichtet:
Nachdem der 24-Stunden-Lauf in Völkermarkt abgesagt wurde, verspürte ich das Bedürfnis nach einer Alternative. Auch wenn sich dafür der 100-km-Lauf in Wien anbieten würde, wollte ich mir etwas Abwechslung gönnen.
Dieses Wochenende gab es in Österreich zwei 12-Stunden-Läufe, einen in Vogau in der Steiermark und einen in Dornbirn in Vorarlberg. An letzterem ist vor allem interessant, dass er in der Nacht stattfindet und damit fast als Ersatz für einen 24-Stunden-Lauf herhalten kann (ich laufe sehr gerne in der Nacht).
Da ich mir auf diese Weise außerdem die 31 Grad Hitze des Tages ersparen konnte, entschied ich mich für Dornbirn. Quartier benötige ich für einen Nachtlauf ohnehin keines, sodass sich die Reise sogar einfacher gestaltet als bei einem Tagestermin.
Zudem waren die Falschen Hasen in Vogau ohnehin durch Christian Chmel vertreten, sodass zwecks besserer Streuung ein Antreten in Dornbirn angebracht erschien :-)
Also setzte ich mich am Samstag um halb zehn in den Transalpin und fuhr nach Dornbirn. Die Reise war sehr schön, es gab eine Menge imposanter Berge und schneebedeckter Gipfel zu sehen.
Am Ort des Geschehens, dem Dornbirner Messegelände, angelangt, wurde ich herzlich empfangen - sowohl vom Veranstalterteam, als auch von einigen "alten Bekannten". Darunter waren auch Oliver Grof aus Ungarn und der österreichische 24-Stunden-Vizemeister Rudi Ohme.
Bei der Startnummernausgabe wurde uns das innovative Chip-System vorgestellt, das zur Rundenzählung verwendet wurde. Man bekommt dabei einen (nur einige Quadratmillimeter großen) Transponder, den man sich (per um die Fingerspitze gewickeltem Klebeband) am Zeigefinger montiert. Im ersten Moment fühlte sich das zwar unangenehm an, man gewöhnt sich aber schnell daran.
Damit eine Runde registriert wird, muss man im Start-/Zielbereich seinen Zeigefinger (samt Transponder) kurz in ein Lesegerät stecken. Nach einiger Übung schafft man das, ohne abzubremsen. Man darf eben nur nicht darauf vergessen. Es gab vier Zählstationen, die man wahlweise benutzen konnte. Das System funktionierte problemlos und lieferte auf mehreren großen Flachbildschirmen jederzeit aktuelle Zwischenergebnisse; es stellt für kleine Rundenläufe eine sehr kostengünstige Alternative zu den "großen" Chip-Systemen dar.
Nun wollte ich die Strecke besichtigen. Unter Verwendung des aus dem Internet ausgedruckten Streckenplanes landete ich allerdings auf einer Baustelle mit ausgesprochen unangenehmen Streckenbedingungen (Schotter mit recht großen Steinen). Eine Nachfrage beim Veranstalter ergab, dass die Strecke deshalb kurzfristig geändert wurde - die Baustelle musste aber dennoch gequert werden. Die neue Länge der völlig ebenen Runde betrug 1.222 Meter.
Um 22 Uhr startete der Lauf bei angenehmer Temperatur, aber recht starkem Wind. Im umgebenden Gebirge gab es mehrere Gewitter, die jedoch bald verschwanden - und mit ihnen auch der Wind.
Ich hatte mir eine Distanz von 125 km vorgenommen. Bei meinem ersten (und bisher einzigen) 12-Stunden-Lauf im Jahr 2000 schaffte ich 120 km, obwohl dies (abgesehen von 50-km-Läufen) mein erster Ultra war und die Strecke eine Steigung enthielt. Deshalb (und auf Grund meiner Entwicklung bei anderen Distanzen; z.B. knapp 110 km in 10 Stunden) hielt ich 125 km für realistisch. Ich nahm mir daher ein Tempo von ca. 5:40 min/km bzw. 7 Minuten pro Runde vor.
Ich bemerkte schnell, dass ich meinen Plan nach unten korrigieren musste, denn 7-Minuten-Runden schaffte ich von Anfang an nur dann, wenn ich auf Gehpausen verzichtete. Das würde ich aber nicht durchhalten. Also machte ich weiterhin meine Gehpausen und lief Rundenzeiten in der Gegend von 7:15 Minuten.
Nach etwa 1:30 Stunden wurde ich plötzlich "von selbst" (ohne zusätzliche Anstrengung) schneller und absolvierte (trotz Gehpausen) in den nächsten zwei Stunden fast alle Runden in unter 7 Minuten, sodass mein Ziel wieder erreichbar schien. Nach insgesamt 4 Stunden war ich genau im Plan für die 125 km.
Leider schlug nun das nächtliche Tief zu, sodass sich meine Zeiten schnell in Richtung 7:30 und später sogar 8 Minuten bewegten. Ich hoffte auf ein baldiges Ende dieses Tiefs, doch leider ohne Erfolg. Selbst nach insgesamt 8 Stunden (nun ging die Sonne wieder auf) brachte ich trotz einer fast halbstündigen Pause nur Rundenzeiten jenseits der 8 Minuten zustande.
Ich hatte zwar keine Schmerzen, fühlte mich aber insgesamt recht leer. Daran änderte auch die tolle Betreuung durch die Frau des späteren Siegers Rudi Ohme nichts. Zudem wären bei Beibehaltung oder weiterer Reduktion meines Tempos insgesamt nicht einmal 110 Kilometer drinnen gewesen. Dies war mir dann doch etwas zu wenig. Ich beschloss, mich zu schonen und beendete nach 8 Stunden mit 74,5 km das Rennen. Dieses Ergebnis reichte immerhin noch für den 6. Rang.
Ergebnisse inkl. Rundenzeiten: http://www.nachtlauf.at/
Ich sehe vor allem zwei Ursachen für meinen Abbruch: einerseits den vor nur einer Woche gelaufenen Wien-Marathon (dies war das erste Mal, dass ich eine Woche nach einem Marathon einen Ultra versuchte; ich werde so etwas auch nicht mehr machen), andererseits habe ich während des Laufes vermutlich zu wenig gegessen (es gab an der Verpflegungsstelle nur Äpfel und Bananen).
Alles in allem war es eine tolle Veranstaltung mit schöner Atmosphäre und netten Leuten. Das Veranstalterteam ist sehr motiviert und wird auch Verbesserungsvorschläge (z.B. im Hinblick auf die Verpflegung) berücksichtigen.

Grüße, Pascal
Vorbesprechung und Kinderlauf Originalstrecke Oliver-Pascal-Rudi
Chiplesegerät und Diskussion über die Strecke Ausblick von der Strecke