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Kein Marathon 2008

Gerhard Mocza berichtet:
Nachdem Prag 2007 ein voller Erfolg war, wollten Werner (unser Support), Kurt, Christof und ich die Tradition fortsetzen, die 42,195 km irgendwo in Europa zu laufen.
Wir kamen auf die Idee, in Belgien den Maas-Marathon zu laufen. Von Vise´ über die Grenze nach Maastricht hörte sich nicht schlecht an. Schöne Städte, tolle Stimmung und Gourmetverpflegung versprachen ein attraktives Ziel. Als es jedoch mit unserer Vorbereitung aufgrund privater Probleme, familiären Verpflichtungen und der üblichen Verletzung von Kurt haperte, mussten wir unser Ziel korrigieren. Erst im März begannen Christof und ich ernsthaft mit einem Marathontrainingsprogramm, welches für einen Lauf im Mai einfach zu wenig ist.

Abbildung 1 Streckenbesichtigung am Lagi di Landro - der weiße Kies ist die Laufstrecke ;-)

So entschieden wir uns für den einzigen ¾-Marathon, den wir finden konnten: nämlich den Lauf von Cortina d'Ampezzo nach Dobbiaco. Auch da ist das Ambiente hochinteressant. Dobbiaco oder Doblach erinnert ein wenig an einen Semmeringkurort und das Grand Hotel, wo der Zieleinlauf stattfand, hat eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Südbahnhotel. Schließlich verbrachte Gustav Mahler hier zwei oder drei Sommer.
Die kulturellen und historischen Besonderheiten Südtirols, die Dolomiten und die Bergseen reflektieren einen der schönsten Landschaftsläufe, die es (in meiner bescheidenen Unkenntnis) für mich gibt.
Der Lauf fand heuer schon zum 9. Mal statt und dürfte immer am Sonntag vor dem italienischen Nationalfeiertag stattfinden. Organisiert wird er von Gianni Poli (der den New York-Marathon 1986 in 2:11 gewann) und brach nicht nur den Teilnehmerrekord (d.h. es wurden nur 2500 Starter zugelassen), sondern auch den Streckenrekord (gut, er wurde 2007 von 31,5 auf 30 km verkürzt).
Komischerweise nahmen nur sehr wenige Nichtitaliener daran teil, obwohl der Lauf in unmittelbarer Nähe zu Österreich stattfindet. Nur eine Handvoll Deutsche und Österreicher finden sich auf der Ergebnisliste.
Die Strecke führt über eine ehemalige Eisenbahntrasse, die auch durch Bergtunnels und über Talbrücken führt. Die ersten 13 km von Cortina d'Ampezzo bis zum Cimabanche-Paß (Regionen- und Sprachgrenze) steigen leicht an, danach geht es relativ flach dahin bis zum Lago di Landro (Dürrensee), dann geht es immer leicht bergab bis Dobbiaco.

Abbildung 2 Zieleinlauf beim Grand Hotel Dobbiaco
Obwohl die Strecke zum größten Teil gelenkschonend nicht auf Asphalt geführt wird, ist die Verletzungsgefahr auf bestimmten Streckenabschnitten recht hoch, da Geröllmuren manchmal den Weg kreuzten. Dabei gilt es, die Augen auf die Strecke zu richten. Auch die Wahl des Laufschuhes sollte berücksichtigt werden. Superleichtes, dünnes Material ist da nicht besonders empfehlenswert, da hier schon Crosslaufdimensionen herrschen.
Unser Lauf ?
Kurt musste leider passen, er brach sich schon zu Hause sein rechtes Fersenbein.
Christof hatte kleinere Verdauungsprobleme und auch mich drückte es im Darm. Wir hatten uns wohl vorher falsch ernährt und mussten uns im Ausflugsrestaurant am Lago di Landro bei km 18 erleichtern, was wohl einige Minuten kostete. Das gesteckte Ziel wurde aber erreicht und für die Zukunft wäre ich schon zufrieden, wenn ich das Dobbiaco Run-Tempo von 6:29 Minuten pro km (inklusive Restaurant) auf die 42,195 halten würde.

Mängel:
Die gab es natürlich auch. Obwohl die Organisation sonst hervorragend war - so half das italienische Heer mit und die Polizei sperrte die neuralgischen Stellen rigoros ab - so war das Shuttleservice mit den Bussen vor dem Lauf von Dobbiaco nach Cortina schon ziemlich chaotisch. Und beim Zieleinlauf dürfte knapp, bevor ich die Ziellinie überschritt, die Computeranlage zusammengebrochen sein. Pech wahrscheinlich - oder meine PC-zerstörerische Aura?
Dafür entschädigten die Landschaft und auch die Zuschauer, die an bestimmten Stellen sich positionierten und die Läufer mit Bravi-Rufen anfeuerten.
Alles in allem eine Veranstaltung, die ich empfehlen kann und vielleicht nächstes Jahr, in dem der Lauf zum 10. Mal durchgeführt wird, wieder teilnehmen werde.

Erwähnenswert wäre noch, dass ich als Vorbereitungslauf dazu den 4. Stockerauer Halbmarathon - http://vereine.askoe.or.at/3/3d6w2s/index.php?mod=news - verwendet habe. Auch diese Veranstaltung hat durchaus ihren Reiz, da es drei Runden durch die Stockerauer Au geht, begleitet von Vogelgezwitscher und schattigen Grün. Wird vielleicht ein Fixpunkt in meinem Lauffrühjahr.